Logos bestimmen das visuelle Erscheinungsbild von Marken. Von Zeit zu Zeit werden Logos redesignt. Diese Vorher-Nachher-Logos eignen sich gut zur Analyse von Typografie im Besonderen und zur Wirkung formaler Gestaltungsmittel im Allgemeinen. Sie sind interessante Erscheinung von visueller Rhetorik und dem Bild, das Firmen und Einrichtungen von sich vermitteln (wollen). Weil die Gestaltung des Logos und die Entscheidung für einen bestimmten Entwurf aufwändig und wohl überlegt sind, sind die Analysen aussagekräftig.
Auf http://www.designtagebuch.de/ gibt es hunderte kommentierte Beispiele für derartige Umgestaltungen.
Neben der Analyse eignen sich Logos zum eigenen Ausprobieren. Ein Redesign bietet gegenüber einer Neuerfindung Vorteile. Das alte Logo bietet Anhaltspunkte, die die Arbeit einfacher und zugleich spannender machen können.

ähnlich bei Skoda

Grundgedanke

Logos dienen der schnellen Wiedererkennung von Marken, Firmen und Einrichtungen. Sie sind Zwitterwesen zwischen Schrift/Name und Bild. Sie werden meist ganzheitlich wie Bilder aufgenommen.
Von Zeit zu Zeit werden die Logos leicht geändert. Dabei orientieren sich die neuen Entwürfe mehr oder weniger deutlich an den überkommenen. Manchmal kommt es auch zu einer grundlegenden Neugestaltung. Logos weisen formale Gestaltungsmittel (Farbe, Form, Richtung, Schrift) auf, die traditionell im Kunstunterricht eine Rolle spielen. An Logos lassen sie sich verständlich und nachvollziehbar thematisieren.

Aufgabe

Einzelarbeit oder in kleinen Gruppen (2 oder 3).
Entscheiden Sie sich für ein Vorher-Nachher-Logo-Paar und untersuchen Sie dieses eingehend. Die Ergebnisse sollen am Ende auf einem Poster präsentiert werden. – Jede Gruppe soll ein anderes Beispiel bearbeiten. Je nach dem kann es vernünftig sein, die Beispiele zu verlosen.
Vorschlag für das Vorgehen.
1. erster Eindruck: Notieren Sie ohne viel Nachzudenken, was Ihnen zu den beiden Logos einfällt, Stichworte, Assoziationen.
2. zweiter Eindruck: Überlegen Sie, was die beiden Logos kommunizieren wollen. Lassen Sie sich dazu Sätze einfallen, die das Logo nicht beschreiben, sondern die beabsichtigte Aussage verbal formulieren.
(für das neue Starbucks-Logo fällt mir ein: „Wir sind so bekannt, dass wir unseren Namen nicht mehr nennen müssen.“ „Unser Kaffee ist ausgewogen, natürlich und märchenhaft.“)
3. Begründen Sie Ihre Aussagen und Assoziationen von 1 + 2 anhand formaler Gestaltungsmittel (Komposition, Schriftart, Farbe, Form(en).
4. Alternativen entwickeln. Üblicherweise legen Grafikdesigner ihren Auftraggebern wenigstens drei Alternativen zur Auswahl vor. Entwickeln Sie Ideen, wie die beiden anderen Vorschläge ausgesehen haben könnten. Realisieren Sie diese mit Hilfe eines Grafikprogramms oder mit Handskizzen.
5. Stellen Sie sich vor, Sie leiten die Vertriebsabteilung. Schreiben Sie eine Empfehlung für die Firmenleitung, warum Sie sich für das neue Logo entscheiden soll.
6. Präsentieren Sie Ihre Ergebnisse auf einem Poster.

Logo relaunch

Relaunch für kleine Bildschirme >>>
Arbeiten Sie in Gruppen. Jede Gruppe spielt zunächst die Rolle eines Auftraggebers und dann die Rolle eines Designbüros. (zur Methode >>>>)
1. Wählen Sie als Auftraggeber ein Logo aus, analysieren Sie dieses und überlegen Sie sich, was das Logo derzeit „kommuniziert“ und was es nach dem Redesign anders kommunizieren soll. Formulieren Sie schriftlich einen Auftrag an ein Designbüro für dieses Redesign, in dem Sie Ihre Wünsche möglichst genau beschreiben.
2. Verlosen Sie nun die Aufträge an die einzelnen Gruppen, vermeiden Sie, dass Sie Ihren eigenen „Auftrag“ bekommen. Beginnen Sie mit der Arbeit.
3. Analyse des alten Logos.
4. Notieren Sie, was Sie ganz allgemein mit dem Auftrag assoziieren. Entwickeln Sie Ideen. Gehen Sie dabei einmal intuitiv und dann systematisch vor (Veränderung der Farben, Richtungen verändern, eckig oder rund, Ausschnitt, Abstraktionsgrad, offene oder geschlossene Form, bildliche Assoziationen …)
4. Entscheiden Sie sich für drei Ideen und realsieren Sie diese für den Kunden.
5. Stellen Sie Ihren Entwurf den Auftraggebern vor und empfehlen Sie begründet einen Ihrer Entwürfe.
6. Die Auftraggeber entscheiden sich für einen Entwurf und begründen ihre Entscheidung.

zuerst veröffentlicht 24.5.2011