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Hundeessen gegen den Prinzgemahl

Eat

Essen als künstlerische Strategie
essen kunstessen Der Künstler, den Sie erfinden sollen, gehört zu der schon ein wenig in die Jahre gekommen Richtung der Aktionskunst. Er grenzt sich ausdrücklich von der so genannten Eat Art ab. Seine Aktionen bestehen im Essen - öffentlich als Aufführung oder heimlich als Ritual. Mit seinen Aktionen macht er auf unterschiedliche Missstände, Ungerechtigkeiten und andere existenzielle Probleme aufmerksam. Er stellt die Lebens- und Konsumgewohnheiten der westlichen Welt ebenso in Frage, wie er auf die landwirtschaftliche Überproduktion oder den Hunger in Afrika hinweist.
Variante 1



Schreiben Sie gemeinsam oder zusammen mit anderen spontan (brainstorming) auf, was Ihnen zu Essen einfällt.
Überlegen Sie gemeinsam oder mit anderen, welche symbolischen Potenziale Essen als Handlung in unserer Kultur hat und welche neuen Bedeutungen dem Essen zugesprochen werden könnte.
Untersuchen Sie verschiedene Speisen auf deren symbolische Potenziale.
Schreiben Sie die verschiedenen Begriffe und symbolischen Bedeutungen der drei Gruppen auf unterschiedlich farbige Zettel - z.B.: Brainstorming auf blaue, Essen auf gelbe und Speisen weiße Zettel. Ziehen Sie blind aus jeder Kategorie einen Zettel, entwickeln Sie aus den drei Begriffen, die auf den Zetteln stehen, eine Ess-Performance.
Bedenken Sie dabei:
Wo gegessen wird, wie gegessen wird, wie die Arbeit dokumentiert wird, was als Produkt für den Kunsthandel "übrig" bleibt... und vor allem, wie Sie die Aktion als wichtigen Beitrag zur Kunst legitmieren.
Variante 2 Wählen Sie eines der folgenden Themenbereiche oder finden Sie selbst einen und entwickeln Sie dazu zwei verschiedene Aktionen, von denen Sie eine ausführen und entsprechend dokumentieren.
Magersucht, Erdbeeren im Winter, genmanipulierte Nahrung, Unterdrückung der Frauen am Arbeitsplatz, illegale Einwanderung, Kunstsystem, Ozonloch, das Auge isst mit, fast food, Kommunikation, Leiblichkeit, Energieverschwendung, Konflikt zwischen Kulturen, Krieg und Terror, &c.
Ausstellung & Präsentation Führen Sie eine Aktion durch oder präsentieren Sie die Dokumentation und die Überreste einer Aktion.
Verfassen Sie eine Biografie den Künstlers, in der auch die früheren Ess-Aktionen vermerkt sind. Schreiben Sie einen zweiseitigen Pressetext für Kunstzeitschriften.
Mark McGowan, Performance-Künstler, hat aus Protest gegen die britische Kö­nigsfamilie nach eigenen Angaben das Fleisch eines Corgi-Hundes gegessen. Corgis sind die Lieblinge von Königin Eli­zabeth II. McGowan verspeiste den Hun­debraten während einer Live-Radiosen­dung in London.
 
Er wisse, dass mancher seine Ak­tion „geschmack­los" finden werde, sagte er, wolle da­mit aber die Unfä­higkeit der zustän­digen Behörde an­prangern, Eliza­beths Ehemann Prinz Philip für die grausame Tö­tung eines Fuchses zu bestrafen. Dieser habe mit seinen Freunden im Januar auf der Jagd einen Fuchs angeschossen und mit einem Stock zu Tode geprügelt. McGowan räumte ein, der Hund, der in einer Zucht­farm gestorben sei, habe „wirklich scheußlich geschmeckt". Derzeit leben die Corgis Pharos, Swift, Emma und Lin­net im königlichen Haushalt.

 aus der Süddeutschen Zeitung vom 31.5.2007

Mark McGowan


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video auf youtube
Franz Billmayer, 23.5.2007
zuletzt geändert am 31.5.2007