Franz Billmayer begonnen 15.6.2009 zuletzt geändert: 25.10.2009 |
Die Texte auf dieser Seite stammen von den Erläuterungen zu den Exponaten auf der Kunstbiennale 2009 in Venedig. Aufgabe: Konzipieren Sie wenigstens drei künstlerische Arbeiten (Malerei, Skulptur, Grafik, Video, Installation), die zu den Beschreibungen der Texte passen. Führen Sie eine möglichst überzeugend aus. Überlegen Sie, welche Biografie die KünstlerIn hat, welche Arbeiten sie/er bisher realisiert hat. |
KünstlerInnen erfinden IIDieses kunstpädagogische Projekt ist eine Fortsetzung von KünstlerInnen erfinden, das ich zwischen September 2006 und September 2007 entwickelt habe.Wie damals auch wird jeweils am Wochenanfang eine weitere Aufgabenstellung dazu kommen. |
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1 Seine/ihre Arbeit basiert auf der Begegnung zwischen unterschiedlichen Kulturen und unterschiedlichen ökonomischen, sozialen und politischen Wirklichkeiten. Diese „Transerfahrung“ bereicherte sie/ihn und wurde zur Quelle seiner/ihrer Inspiration. N.N. verfügt auch über eine offene und tolerante philosophische Vision; in der Tat, seine Werke zeigen ein profundes Verständnis der Probleme der Welt und der Gesellschaft, aber gleichzeitig sind sie voller Energie und Zukunftshoffnung. Dies lässt sich an der Arbeit, die hier ausgestellt wird, sehen, wo Menschrechte in das Zentrum der Welt (Vollheit) gestellt sind und ein gutes Gewissen (Leerheit) als ein Leitfaden auf eine friedliche Zukunft hin dienen kann. hier |
2 Für den Palazzo delle Esposizioni steuert N.N. eine Cafeteria mit dem Titel Was du liebst, bringt dich auch zum Weinen bei, in der man sitzen kann, aber welche auch eine visuell ziemlich verwirrende Umgebung ist, die sich auf den historischen Präzedenzfall des Dazzle Gemäldes Camouflage bezieht – eine Manifestation einer Art Mehrdeutigkeit, von der seine/ihre Werke oft ausgehen. Im Dialog mit Alvar Aalto, der die visionäre und multidisziplinäre Firma Artek 1935 mit begründete, überbrückt N.N. die Kluft zwischen der Welt der Ästhetik und der der praktischen Gegenstände des Alltags. Aalto glaubte an eine Synthese der Künste und wollte die Stadtplanung ebenso ändern wie Architektur und Design. hier |
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3 N.N.’s künstlerische Praxis bewegt sich nahtlos zwischen Zeichnung, Skulptur und animierten Filmen. N.N. konfrontiert die Ängste und Widersprüche der zeitgenössischen Existenz ohne diese von der Lebenskraft, die den Menschen antreibt, oder von der Ironie und der Unvorhersagbarkeit des Alltags zu trennen. |
4 N.N. arbeitet im umstrittenen Bereich der Repräsentation. Sie untersucht die Art, wie wir uns darstellen, und die Mechanismen, wie wir die Darstellung anderer interpretieren. Fotografie und Film – selbst oder von anderen hergestellt oder eine Kombination aus beidem – sind ihre/seine Medien; Forschung, Klassifikation und das Archiv ihre/seine Strategien. Ihre/seine kunstgerecht gemachte, bewegende und zutiefst menschlichen Werke, große Film- und Videoinstallationen, erforschen Geschichte und Zeit und unseren Platz in diesen. Für den Pavillon hat N.N. das Projekt Disorient entwickelt, eine Solopräsentation von drei neuen Werken, die ausgesucht wurden, um sich gegenseitig zu verstärken und zu ergänzen. Provenance ist eine intime Sammlung zeitgenössischer Porträts. Rise and Fall, das hier zum ersten Mal gezeigt wird, ist Doppelprojektionsfilm über Gedächtnis und das Vergehen der Zeit. Das letzte Werk, Disorient wurde speziell für die Ausstellung im Pavillon konzipiert. Das Voice-over für diese große Installation besteht ausschließlich aus Zitaten aus dem Buch des venezianischen Kaufmanns Marco Polo Die Reisen. |
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| 5 N.N.s Filme versetzen die BetrachterInnen in traumartige Dimensionen, die von suggestiven Lücken und Indirektheit bestimmt sind. Coro Spezzato: The future lasts one day formuliert die venezianische polychorale Tradition durch Aufstellen von fünf Projektoren neu, die präzise choreografierte Phrasen auf die Galeriewände werfen. |
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| 6 N.N.s skulpturale Arbeiten separieren häufig vertraute Objekte aus deren normaler Umgebung und platzieren sie in neue Konstellationen; er interessiert sich nicht nur für die phänomenologische Wahrheit eines Gegenstandes, sondern auch dafür, wohin neue Verwendungen ihn bringen können. |
7 Beim Versuch, seine charakteristischten Interessensfelder zu definieren, verweist N.N. einerseits auf die chemischen Grundlagen der Fotografie und andererseits auf die sozialen Interaktionen zwischen Menschen. Der Beitrag des Künstlers/der Künstlerin zu der Ausstellung ist ein Beispiel für ersteres: eine Erforschung von in der Natur gefundenen Farben und der wahren Natur der Farben. |
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| 8 N.N.s Interesse an innovativen Architekturprojekten ist Teil der derzeitigen Faszination des Künstlers für utopische Theorien und astronomische Konstellationen. Seine Auffassung davon, was eine architektonische Struktur ausmacht, ist bewunderswert breit, und seine neue Installation überprüft, wie die Spinnfäden der Schwarzen Witwe durch die Verwendung von komplexer Geometrie extreme Gewichte tragen können. |
9 N.N.s kompliziert konstruierte Knetanimationsfilme sind beides, erschreckend verstörend wie ungekünstelt nett. Die neuen für die Biennale in Venedig geschaffenen Werke erforschen einen surrealistischen Garten Eden, in dem alles, was natürlich ist, schief geht. Sie legt die angeborene Furcht vor Unverstandenen offen und konfrontiert die BetrachterInnen mit der Komplexität der Emotionen. |
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| 10 Das scheinbar endlose Haarseil wird von Autostoßstangen aus Metall interpunktiert. Die Potenz von N.s Arbeit liegt in ihrer Einbeziehung von beiden Elementen, ihren unveränderlichen Parametern und ihren präzisen kulturellen Quellen, beim Herstellen ihres eigenen Seinsbegriffs. |
11 N.N. präsentiert eine kritische Interpretation der Auswirkungen unserer gebauten Umwelt und eine Untersuchung darüber, wie diese Bauten in Sozial- und Verhaltensbeziehungen situiert sind. Die Manifestation N.N.s Überlegung zum Raum in ihrem/seinem Werk ruft Ideen hervor, die uns dazu bringen, über die Formbarkeit unserer Umgebung und folglich unsere Fähigkeit, diese zu manipulieren, nachzudenken. |
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| 12 Obwohl sich N.N. nicht als Sozialkritiker definiert, sind der politische Kommentar und der behutsame Tadel, der von all seinen Kunstwerken ausgeht, zu überhören. Der Künstler re-präsentiert traditionelle visuelle Motive, wie die ikonografische Struktur von Thangka Malereien, in einer offensichtlich leichtherzigen Manier. |
13 N.N.s frühes Interesse für Abstraktion und Minimalismus hat sich in ein Post-Konzeptionelles Idiom weiter entwickelt, in dem Linie, Form und Farbe der Spannung, die von freundlichen Formen (z.B. Schmetterlingen, Girlanden)und gefährlichen Materialien (z.B. Rasierklingen) erzeugt wird, untergeordnet werden. Diesen Erkundungen liegt eine genaue Beobachtung der Widersprüche des städtischen Alltags in Indien zugrunde. |
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| 14 N.N. geht davon aus, dass die Bedeutung von Kunst in den Zwischenräumen zwischen Macher, Objekt und Publikum sitzt. Sein derzeitiges Werk Constellation besteht aus verschiedenen aus ihrem üblichen Verwendungszusammenhang isolierten elektrischen Haushaltsgeräten und ist in einem dunklen Raum installiert. Ihre blitzenden Hinweislichter bilden ein kleines Universum. |
15 N.N. erforscht das Gebiet zwischen Kunst, Design, angewandter Kunst und Architektur. Nachdem sie kurze Zeit als Ausstatterin gearbeitet hat, sind ihre Skulpturen und Installationen oft ortsspezifisch: sie gehen von der Architektur aus und erlauben sich einen Anklang von räumlicher Erzählung. In diesem Fall wird ein enormer Vogelkäfig imaginiert, der unter seinem eigenen Gewicht zusammensinkt, Flüchtlinge, die sich von Vögeln zu Menschen verwandeln, schlüpfen unter uns verborgen hindurch, unerkannt. |
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N.N.s Elf schwere Dinge wendet sich an sein Publikum. Die Skulpturen sprechen Anteilnahme der BetrachterInnen an und beeinflussen die nachfolgende Interpretation der Erfahrung. Das Werk wird sich über die Grenzen Venedigs ausdehnen, wenn Betrachter-TeilnehmerInnen ihre Fotografien und Videos miteinander teilen, die ihre Erfahrungen mit diesen Objekten dokumentieren. |
17 In den letzten Jahren hat der Choreograf und Tänzer N.N. seine künstlerische Praxis ausgeweitet. Sie beinhaltet Filme, Video und Galerieinstallationen. The Fact of Matter / Choreographic Object besteht aus 200 Gymnastikringen, die in unterschiedlichen Höhen hängen, dies bestimmt die Voraussetzung der möglichen Bewegung in dem Raum, in dem sie installiert sind. |
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| 18 In N.N./N.N.s Zweikanalvideoprojektion geht es um die Transmutation von drei Elementen – Tier, Mensch und Maschine. Diese werden von einem Pferd, einem männlichen Erwachsenen und einem Motorrad repräsentiert. Durch die Darstellung der Mutationen zwischen diesen in unterschiedlicher Reihenfolge verweisen die KünstlerInnen auf alternierende evolutionäre Geschichten und fantastische Welten. |
19 N.N. deplatziert in ihren/seinen Videos, Fotografien, Collagen, Skulpturen und Installationen Alltagselemente und –szenen und setzt sie neu zusammen. Oft verwendet der Künstler/die Künstlerin Erzählungen oder Märchen, um unerwartete Situationen und neue Bedeutungen zu erzeugen und unsere Welt als verwundbar, mehrdeutig und chaotisch zu zeigen, wie im Haus von Hänsel und Gretel in einem verlassenen Gebäude im Gardino delle Vergini. |
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| 20 N.N.s Beitrag zur Biennale in Venedig gehört zu einer Serie von Performances, in denen der Künstler/die Künstlerin die Identität einer Rolle annimmt, die lose auf ihrem/seinen eigenen Großvater basiert. Durch diese Rollenübernahme und die Zeichnungen, die er/sie in ihrer/seiner Rolle macht, erforscht der Künstler/die Künstlerin Gegenstände wie Postkolonialismus und Exotismus im gegenwärtigen indischen Alltag. |
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