Der Blick
Bilder zeigen immer etwas auf eine bestimmte Art und Weise. Und: das was sie nicht zeigen, sehen wir nicht. Das klingt trivial, ist aber ein wesentlicher medialer Moment von Bildern. Was Bilder – fotografische zumal – abbilden oder repräsentieren, sehen wir so schnell und leicht, dass uns diese Bilder gar nicht als Bilder auffallen. Wir sind damit auf das Dargestellte hereingefallen. Wir übersehen oft die Interessen, die bei der Zeichenproduktion (Herstellen und Rezipieren von Bildern) im Spiel sind. Unsere Interessen übersehen wir gern, da wir Bilder häufig intuitiv nutzen. Zum Sehen und verstehen der Interessen der Anderen nehmen wir uns im Alltag kaum die Zeit, vor allem nicht beim Sehen von Bildern - wir sehen vor allem viele Bilder, das eine löst das andere ab. und außerdem: Die wenigsten Laien denken beim Bildermachen an das mögliche Publikum. Diese Bewusstheit unterscheidet Laie und Profi. Wobei die Unterscheidung Laie - Profi bei Bildern immer weniger akzeptiert wird.Interessen bestimmen Wahrnehmung
Wir kennen das: wer hungrig durch eine Stadt geht, riecht anders und Anderes jemand, der satt ist. Touristen sehen Anderes als Einheimische. Kinder anders als Erwachsene, Frauen anders als Männer. Diese Interessen schlagen sich in den Bilder nieder:in den Gegenständen – was wird dargestellt oder abgebildet
in der Form – wie wird das dargestellt.
Bildunterrricht
Die Frage nach dem Blick, den Interessen, ist im Bildunterricht quasi ein Unterrichtsprinzip. Die Frage wäre bei der Bildanalyse und bei der Bildproduktion so zu sagen immer zu stellen (Aushang zu zentralen Methoden).Daneben können eigenständige Übungen zu verschiedenen Blicken gemacht werden: gut geeignet ist der Touristenblick.
Konkrete Beispiele
SexualitätIdentität
Macht
Ethnizität


