Während traditionelle Leser versuchen die Gedanken des Autors zu verstehen und nachzuvollziehen, stellen sich Besucher von Webseiten aus dem Angebot die Botschaft selbst zusammen. Sie wollen sich nicht durch lange Texte gängeln lassen. G. Kress spricht vom Besucher als Designer.
Bei den Webseiten hat sich der Text dem Design anzupassen. Dass es sich hier um eine allgemeine Erscheinung handelt, lässt sich etwa an Schulbüchern zeigen. Hier folgt längst nicht mehr das Layout dem Text, sondern der Text dem Layout - am Bildatlas Kunst lässt sich das gut erkennen.
Kommunikation läuft heute in aller Regel über mehrere Kanäle gleichzeitig (multimodal): Bild - Text - Textgestaltung - Farben - Medium - Gestaltung der Botschaft insgesamt. Bilder haben in ihrer Menge und in ihrer Wirkung stark zugenommen. Sie werden in der privaten und medialen Kommunikation dauernd eingesetzt. Implizites Wissen oder Halbwissen reichen hier nicht mehr so recht aus, es braucht neue Kompetenzen.
Bildpädagogik muss sich vor allem mit der visuellen Repräsentation befassen.
Bücher zum Thema.
- Kress, Gunther, Literacy in the New Media Age, London: Routledge, 2003.
- Kress, Gunther R. und Leeuwen, Theo van, Reading images- the grammar of visual design, London [u.a.]: Routledge, 2006.
- Kress, Gunther, Multimodality- A social semiotic approach to contemporarycommunication, London: Routledge, 2010.
Franz Billmayer, 30.3.2011

