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Bilder im Deckel einer Dienstbotentruhe

anberührte Bilder, Schluckbilder, Bilder in Wohnungen, kistebrev  








Drucke im Deckel einer Dienstbotentruhe (Tiroler Landesmuseum, Innsbruck)
Dienstboten verpflichteten sich in der Regel für ein Jahr bei einem Bauern. Weil sie nicht besaßen und damit keine Familie ernähren konnten, durften sie nicht heiraten. Sie hatten keine "Heimat". Alles, was sie besaßen, fand in der Truhe Platz, mit der sie von einer Arbeitsstelle zur anderen zogen.
Sie hatten in unserem heutigen Sinne selten eine Intimspäre, etwa ein eigenes Schlafzimmer. Meist teilten sie es mit anderen Dienstboten.
In dieser Truhe finden sich verschiedene religiöse Bilder, verschiedene Marien- und Passionsdarstellungen. Sie wurden wohl vor allem im Zusammenhang mit Wallfahrten erworben.

Die Bauern und Bürger hängen ihre Bilder an die Wänden, im Herrgottswinkel oder anderen Zimmern.


Welche Funktion haben Bilder an der Wänden von Wohnungen?
Zeigen Sie Ähnlichkeiten und Unterschiede im Umgang mit Bildern bei den Bauern und deren Dienstboten.
Untersuchen Sie, wie Angestellte in ihren Arbeitsräumen in der Firma mit Bildern umgehen.
Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es zwischen der alten Truhe und den heutigen Arbeitsräumen?
Welche Eigenschaften machen Bilder für Reviermarkierungen geeignet?
Überlegen Sie, welche anderen Medien und Gegenstände sich dafür eignen und arbeiten Sie auf diesem Hintergrund die spezifischen Möglichkeiten von Bildern heraus.
"Als ich das erste Mal in das neue Haus meiner Gastgeber kam, fühlte ich mich sofort zu Huase, obwohl der Grundriß und die Lage völlig anders waren. Der Grund dafür waren meines Erachtens die vertrauten Bilder, die ich in ihrem alten Haus so oft und lange betrachtet hatte."




kistebrev

kistebrev
Gustav Wasa bei Anders Pehrsson in Rankhyttan

„Kistebrev“ (schwedisch) sind einfache handkolorierte Einblattdrucke, die im 18. und 19. Jahrhundert in großen Auflagen vertrieben wurden. Das Wort „Kistebrev“ kommt daher, dass die Bilder oft in den Deckel der Kisten geklebt wurden, in denen man seine Habseligkeiten verwahrte.








Franz Billmayer, 8. 11.2006
zuletzt geändert 8.6.2007