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Hummel-Hummel, Bären, Löwen und andere Wahrzeichen

bemalte Bildnisse in den Städten als Werbeträger











Hummel in Hamburg, 2006

Übungen







 
links eine "Mozartkugel" von 2006 am Ufer der Salzach in Salzburg,
rechts ein beflügeltes Nashorn in Dortmund 2007


Seit Jahren werden in den Zentren von Städten bemalte Polyesterfiguren von ca. 2m Größe aufgestellt. Sie stellen in aller Regel Figuren dar, die in irgendeinem Zusammenhang mit der Stadt stehen (Wappen, Wahrzeichen, regionales Original, Sagenfigur). Wenn es sich um Tiere handelt kommen manchmal zwei Varianten vor - auf allen Vieren, aufgerichtet auf zwei Beinen, ansonsten sind die Figuren alle gleich.
mehrDas Aufstellen beginnt in der Regel mit einer "Parade", dann stehen die Figuren meist in räumlicher Nähe zu den Sponsoren. An sich ist die Dauer der Aufstellung begrenzt, häufig kommt es aufgrund der Wünsche des Publikums zu einer Verlängerung.

Von den Kulturseiten der Zeitungen werden diese Aktionen in der Regel ignoriert oder als Kitsch abgetan.
Von den Besuchern der Innenstädte werden die Plastiken durchaus beachtet; sie diskutieren, welche schöner sind und wie die Malerei zu dem Auftraggeber passt. Kinder werden gerne auf die Figuren gesetzt.

Fragen:
Was unterscheidet Figuren als Bildträger von flachen?
Worin liegt der Spass, den viele beim Anschauen der Figuren haben?
Was erwarten sich die Auftraggeber der Malereien?
Warum werden derartige Aktionen von der Kulturberichterstattung ignoriert?
Welche Aufgaben müssen die Maler lösen?








München, Fußgängerzone 2006.
Der Löwe ist das Wappentier Bayerns.












 
Links ein Löwe in München - gesponsort von einer Senffirma.

rechts eine Kuh in Salzburg mit "Sound of Music"-Motiven in der Nähe der Fahrkartenverkaufsstelle für die "Sound of Music"-Tour.







bemalte flaschen poysdorf Eine Variante der bemalten Figurten sind Malereien auf Bildgründen, die eine selbstständige Form (Bild) sind.

Hier Flaschen in Poysdorf im Weinviertel.

und in Stuttgart?
und in Schweinfurt vor einer Apotheke?







Übungen

Besorgen Sie sich im Baumarkt oder im Geschenkeladen Figuren aus Ton oder Kunststoff, grundieren Sie diese weiß und entwickeln Sie ähnlichen Malereien. Für welche Städte oder Gelegenheiten könnten diese bemalten Figuren passen?
Überlegen Sie, warum diese Übung in der kunstpädagogischen Öffentlichkeit (z. B. bei KunstlehrerInnen) eher "schlecht" ankommen dürfte. Entwickeln Sie Argumente, die diese Übung dennoch rechtfertigen können - argumentieren Sie dabei wahlweise
  • mit aktueller Kunst
  • Alltagsästhetik
  • ndividuellem Ausdruck
  • oder Medienpädagogik.








Die Umrisse verschiedener Figuren aus verschiedenen Städten, anklicken für eine größere Ansicht.

Münster Skulptur 07
Andreas Siekmann
geb. 1961 in Hamm, lebt und arbeitet in Berlin
Standort: Erbdrostenhof
Andreas Siekmann reagiert auf die Diskussion um die Privatisierung des öffentlichen Raums und die Funktionsweise von Bildender Kunst in diesem Prozess. Er hat kommerzielle Städte-Maskottchen wie "Berliner Bär", Hamburger Wasserträger usw. kopiert, kitschig lackiert, zerstückelt und zu einer Müllkugel zusammenmontiert, die er zusammen mit dem Schredder-Container im Ehrenhof ds Erbdrostenhofes zeigt. Damit will er die "Trickle down"-Theorie kritisieren, nach der der Reichtum weniger zu den Armen nach unten durchsickert.








Andreas Siekmann hat weltweit entsprechende Figuren gesammelt und die Bruchstücke zu einem Knödel zusammengefügt, der zusammen mit dem oben abgebildeten Container in Münster 2007 im Rahmen von skulptur projekte münster 07 ausgestellt wurde.

silke Wagner skulpturprojekt münster 2007
Silke Wagner hat dem Münsteraner Nazi-Gegner Paul W. im Rahmen des Skulpturen Projekts Münster 2007 ein Denkmal gesetzt. Der Mantel des Mannes ist mit Fotokopien von Dokumenten seiner Geschichte beklebt. Die Proportionen erinnern an Figuren, die im rheinischen Karneval auf Wägen durch die Städte gefahren werden. (im Bild der Autor F.B.)









Franz Billmayer, 26.3.2007
zuletzt geändert 15.4.2011