bilderlernen.at
bilder
Bild der 34. KW - 2007

Fotografieren als Berühren?

Der Umgang mit dem Fotoapparat im Rahmen touristischer Reisen
touristen fotografieren mona lisa Vor dem Bild der Mona Lisa im Louvre drängen sich die Besucher immer. Sehr viele von ihnen machen Fotos von dem Bild - mit der Digitalkamera oder mit dem Mobiltelefon. Es kann nicht darum gehen, eine Reproduktion des Gemäldes mitzunehmen, dafür ist die Qualität im Vergleich zu den überall angebotenen Kunstpostkarten zu gering. Es geht vielleicht um den "Beweis": Ich war da! Aber diese Idee konsequent zu Ende gedacht, müsste bedeuten, dass ganze Situation nicht nur das Gemälde fotografiert wird.
Der Herr links war mit den Ergebnissen lange nicht zufrieden. Letzen Endes verwendete er den Kopf seiner Partnerin als "Stativ".

touristen fotografieren die mona lisa Eine einleuchtendere Erklärung für dieses Verhalten das Berührenund Mitnehmen, das wir in vielen Varianten aus dem Tourismus kennen. Manche Zeichentheoretiker charakterisieren eine Fotografie als ein indexikalisches Zeichen - als einen Abdruck. Hier drückt sich das Bild der Mona Lisa auf den Film. "Es ist oft angemerkt worden, dass die Fotografie eher ein Index als ein Ikon ist, nachdem sie darauf beruht, dass der lichtempfindliche Film sich einmal in der Nähe des abgebildeten Gegenstandes befunden hat und davon einen 'Abdruck' festgehalten hat." Sonesson, G. (1991). Bildbetydelser.  (1. Aufl.)Lund: Studentlitteratur. S. 176 Übers. F.B.
Bilder im Tourismus Die in dem Zitat erwähnte Nähe findet sich etwa auch bei den Souvenirs - aber auch beim "Zwang", die Ansichtskarten aus dem Urlaubsgebiet - der Poststempel zählt - zu verschicken.
Franz Billmayer, 25.8.2007
geändert, 2.12.2009