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Kunst die Substanz des Bildes

2007 - KW39 Exakte Beschreibungen von materiellen Eigenschaften sind offensichtlich Marker für "Kunst".
Schild zu den unten abgebildeten vier Schwarz-Weiß-Fotografien im spanischen Pavillon auf der Biennale 2007 in Venedig.
Zur Frage der Substabz siehe Gute Kunst 2001 von Lars Vilks Auffallend ist der Hinweis, dass es sich um Hahnemühle Papier handelt. Derartige Bildunterschriften finden wir in aller Regel nur bei Kunstwerken. Sie stammen ursprünglich aus den Archivierungsbeschreibungen der Museen, um Verwechslungen zu minimieren.
Niemand druckt unter ein Bild in einer Zeitschrift, Offsetfarbe auf halbmattem 80gr.-Papier.
Diese Beschreibung unterstreicht die Idee, dass der Kunstcharakter im Bild und damit in der Substanz in der Materie liegt. Eine Auffassung, die an sich als überwunden gilt.
Im kanadischen Pavillon der Biennale 2007 in Venedig war die linke Beschreibung zu der unten abgebildeten Installation angebracht - zum genauen Lesen bitte auf das Bild klicken.
Was, wenn es sich um keine Parodie handelt
Derartige Beschreibungen sind allerhöchstens für Restauratoren von  Interesse, ansonsten steigern sie in ihrer exakten Banalität entweder das Geheimnispotential des Kunstwerks oder sie unterstellen, der Kunstcharakter würde sich im Material äußern.
Übungen Nehmen Sie sich beliebige Gegenstände/Bilder vor und beschreiben Sie diese im obigen Stil möglichst genau. Was passiert bei der Betrachtung dieser Gegenstände?
Franz Billmayer, 18.9.2007