BesucherInnenverhalten
Kunstmuseen und Kunstausstellungen fordern von den Besuchern und Besucherinnen bestimmte Formen des Verhaltens. Ohne Mühe können wir die BesucherInnen aufgrund ihrer Bewegungen von Leuten unterscheiden, die im Museum arbeiten.Verfolgen: Suchen Sie sich am Eingang jeweils eine Person aus und verfolgen Sie diese durch die Ausstellung, notieren Sie, wie lange sie vor den jeweiligen Exponaten steht; wie das Verhältnis zwischen Betrachten und Lesen ist. Wie lange bleiben die BesucherInnen im Durchschnitt in einer Ausstellung oder einem Ausstellungsraum?
Beobachten: Eine Variante zum Verfolgen könnte sein, sich längere Zeit in einem Ausstellungsraum aufzuhalten und das Verhalten von BesucherInnen genauer zu dokumentieren:
Nachmachen: Beobachten Sie die BesucherInnen jeweils genau hinsichtlich Körperhaltung und Bewegung, notieren Sie Ihre Beobachtungen und spielen Sie das Verhalten später.
Zuhören: Hören Sie auf das, was die BesucherInnen zueinander sagen und schreiben Sie dies auf.
Museumsarchitektur
Beschreiben Sie den Eingang und die Sequenz "ich betrete ein Museum" vom Überschreiten der Schwelle bis zum Betreten der Ausstellung. Beschreiben Sie diese Sequenz als- Übergang von Außen nach Innen,
- Übergang vom Profanen zum Geweihten
- als Reinigungsprozess...
- Dokumentation (ethnografischer Blick),
- Information für ungeübte Museumsbesucher
- Parodie
- versteckte Kamera...
Welche Farben Kommen vor( - als paint und als colour)? Dokumentieren Sie Ihre Beobachtungen mit der Fotokamera und versuchen Sie in der anschließenden Präsentation verschiedene Erklärungen. Welche "Bedeutung" haben die jeweiligen Materialien/Farben? Mit Hilfe des Austauschtests lassen sich sehr schnell die einsprechenden Bedeutungen (kulturellen Assoziationen) bestimmen. Vergleichen das Museum mit anderen öffentlichen und privaten Gebäuden hinsichtlich der Materialverwendung.
Wie sind die Sitzmöglichkeiten? Welche Formen des Sitzens ermöglichen sie/ verhindern Sie? Wo stehen sie? Wie unterscheiden Sie sich von Sitzmöglichkeiten in anderen Gebäuden?
Wie unterscheiden sich Kunstausstellungen von anderen Ausstellungen - Gewerbeschauen, Messen, Verkaufsstellen, Autosalons, Naturkundemuseen...
Ausstellungsgestaltung
- Beschreiben Sie die Ausstellungsgestaltung der einzelnen Räume und überlegen Sie sich dazu mehrere Alternativen.
- Schreiben Sie eine negative Kritik eines von Ihnen ausgewählten Raumes; tauschen Sie diese mit einer Kollegin oder einem Kollegen und schreiben Sie zu dessen Kritik eine (positive) Begründung für die jeweilige Hängung.
- Versuchen Sie die Rahmen stilistisch einzuordne.
- Wie sind die Bilder gehängt? Unterkante, Mittellinie oder Oberkante? Wie hängen die Bilder im Verhältnis zu Ihrer Augenhöhe?
- Welche Bilder hängen in der Mitte der Wände oder haben sonst wie prominente Ausstellungsorte? Stellen Sie Vermutungen darüber an, warum das so ist.
- Wo sind die Titel angebracht?
- Was ist auf den Schildern vermerkt?
- Wie sind die einzelnen Bilder beleuchtet?
- Beschreiben Sie möglichst vollständig die Methoden, mit deren Hilfe die Exponate inszeniert werden.
Je jünger die Kunst, desto niedriger der Ausstellungsflächen-Index
- Berechnen Sie den AusstellungsflächenIndex: Der Ausstellungsflächenindex
bezeichnet das Verhältnis der Fläche der Bilder (tatsächliche Ausstellung) zur Fläche der
Wand (potentielle Ausstellungsfläche). Wenn die ganze Wand lückenlos
mit Bildern behängt ist, haben wir einen Index von 100, ist die Wand
leer einen von 0. Die Berechnung ist einfach: Die Fläche der
ausgestellten Bilder wird zusammen gezählt und zur Wandfläche in
Beziehung gesetzt. Länge und Höhe der Ausstellungswand lässt sich
mit einem Lasergerät genau bestimmen, ansonsten macht man ein Foto
mit einem Maßstab (z.B. ein Schüler) und bestimmt damit die nötigen
Maße.
Ausstellungen zeitgenössischer Kunst haben einen wesentlich niedrigeren Index als solche mit bereits anerkannter Kunst. - Ähnlich lässt sich der Bildrahmen-Index berechnen.


