Absichten
Ausstellungen können grundsätzlich unterschieden werden- in solche, die sich eher nach innen - also an die eigene Schule -, und
- solche, die sich eher nach außen richten.
Es gilt: Erfolgreiche Künstler machen Ausstellungen; aber: Ausstellungen machen Künstler auch erfolgreich, weil sie von ihnen entsprechende Leistungen fordern und ihr Ansehen mehren. Analoges gilt für Schülerinnen und Schüler.
Werbung
Die Werbung geht in zwei Richtungen:- LehrerInnen und SchülerInnen sollen entsprechende Anerkennung bekommen,
- der Bildunterricht als solcher soll entsprechende Anerkennung und Würdigung finden. Bei den SchülerInnen, den LehrerInnen der anderen Fächer, der Schulleitung und bei den Eltern; es geht aber auch um das Ansehen des Faches im Allgemeinen.
Ausstellen als Unterrichtsmethode
SchülerInnen haben mehr Grund, sich anzustrengen und mehr zu leisten, wenn ihre Arbeit öffentlich präsentiert werden. Das ist eine Konkurrenzsituation.Ausstellungen stellen außerdem die Unterrichtsergebnisse in ein anderes Licht, erzeugen Zusammenhänge, die im Unterricht so nicht entstehen, und sind damit eine eigene Unterrichtsmethode. Es nicht gleichgültig wo und wie ausgestellt wird.
„Fertig ist das Bild im Nu, schön wird’s erst durchs Passepartout.“
Wie machen es die Anderen?
Viele Ausstellungen sind schlecht gemacht, dabei lassen sich mit einfachen Mitteln Verbesserungen erreichen. In Schulausstellungen finden die Besucher leichter Zugänge, wenn ihnen Erklärungen angeboten werden, wenn die Arbeiten thematisch geordnet sind, usw. Anregungen lassen sich nicht nur in Kunstausstellungen finden, sondern in allen Formen von Ausstellungen, von regionalen Gewerbeschauen bis hin zu Schaufenstern.Bei Ausstellungs- und Museumsbesuchen werden immer auch die Ausstellungsgestaltung und -strategie diskutiert.
Ausstellungsraum

besser nichts als so
Ausstellungen von Unterrichtsergebnissen finden üblicherweise im eigenen Schulhaus statt. Hier können im Laufe der Zeit - mit Unterstützung der Schule, von Sponsoren und Eltern - mehr oder weniger klassische Galeriebedingungen geschaffen werden: mit Beleuchtungs- und Hängesystemen, hervorgehobene Orte für das Bild der Woche und so weiter.
Bilder in einer Reihe mit gleichen Abständen an den Wänden entlang aufgehängt nutzen sich in der täglichen Routine schnell ab.Oft Wechseln schafft hier Abhilfe.
Die Räume der Schulleitung sind in der Prestigehierarchie weit oben. Dort werden die Arbeiten vor allem von offiziellen Besuchern gesehen. Durch deren Fragen kommt das Fach immer wieder auch ins Bewusstsein der Schulleiterin oder des Schulleiters. Die Arbeiten sollten also so ausgesucht werden, dass sie Fragen provozieren. Regelmäßiger Wechsel ist selbstverständlich.
Außergewöhnliche Orte
Für besondere Events und Themenausstellungen bieten sich ungewöhnliche Orte an: Heizraum, Tiefgarage, Turnhalle, Biologiesammlung ... Um Aufsehen auch in den Medien zu erreichen, kann man sich um Orte außerhalb der Schule bemühen. Dabei kann man auf prestigeträchtige Orte wie das Rathaus, lokale Museen, Banken oder andere öffentliche Einrichtungen setzen oder auf ungewöhnliche Orte: das kommunale Wasserwerk, die Kläranlage, der Müllumladeplatz, ein Handwerksbetrieb, ein Leichenschauhaus, eine Tiefgarage, Schaufenster verschiedener Läden, die Werbeflächen von Linienbussen, in den Kabinen einer Seilbahn, Schwimmbad… Die Ausstellungen können thematisch mit den Orten verbunden werden – umgekehrt kann der Ausstellungsort ein Thema vorgeben: Naturstudien in der Biologiesammlung, Umweltschutz in der Kläranlage. Denkbar wären auch Gastausstellungen in anderen Schulen. - Für die Lokalpresse sind das immer gute Anlässe für kleine Berichte: Kinder, Jugendliche, SchülerInnen, Ausstellung, die Orte, Kunst und Bildung ... ergeben eine unwiderstehliche Mischung.Bei der Besichtigung der Räume sollte unbedingt berücksichtigt werden, wie die klimatischen und jahreszeitlichen Bedingungen zum geplanten Zeitraum sind. Es kann kalt sein, oder zu hell oder zu dunkel...
Licht
Licht ist ein wichtiges Mittel der Inszenierung. Wenn das Tageslicht nicht reicht, wird es nötig sein, entsprechende Beleuchtungssysteme anzuschaffen und einzurichten. Hierfür könnte anlässlich von Ausstellungseröffnungen gesammelt werden, so kann sich im Laufe der Zeit die Schulgalerie immer weiter im Schulhaus ausbreiten (Bilder werden nur gezeigt, wo die Ausstellungseinrichtung schon angekommen ist).Eventuell sollte auch an dunkle Ecken gedacht werden. Ein fest installierter Diaprojektor, der die Bilder automatisch weiter transportiert, kann ein einfacher und effektiver Einstieg in den Aufbau einer Schulgalerie sein. Wer Glück hat, kann noch Kodak-Karusell-Projektoren bekommen. Jetzt wo die Firmen auf PowerPoint umgestiegen sind, sollten sie günstig gebraucht zu bekommen sein.
Wie bewegen sich die Leute im Raum?
Für die Frage, was wie präsentiert werden soll, ist es wichtig sich darüber vorher Gedanken zu machen. Es macht einen Unterschied, ob sich die Ausstellung vor allem an die Mitglieder der Schule richtet oder ob sie zu einer besonderen Schulveranstaltung veranstaltet wird. Noch wichtiger ist die Beantwortung dieser Frage bei außerschulischen Ausstellungsräumen. Die Besucher sollten dazu veranlasst werden, sich im Raum zu bewegen; d. h. die Ausstellung sollte nicht von einem Punkt aus überblickt werden können, dann besteht die Gefahr, dass das Publikum schnell wieder draußen ist oder gar nicht herein kommt. Die Besucher sollen zu aktivem Verhalten verleitet werden.Anlass und Ziel von Ausstellungen
Vier Gründe
Vor der konkreten Planung einer Ausstellung muss klar sein, was der Anlass ist und welche Ziele damit verfolgt werden. Grob gesehen lassen sich folgende Motive unterscheiden:- die Schulleitung erwartet es;
- die Ausstellung macht Lehrerinnen und Lehrern und deren Schülerinnen und Schülern Spaß;
- die Ausstellung soll Lernen und Engagement der Schülerinnen und Schüler anregen;
- die Ausstellung soll Sie in Ihrer beruflichen Karriere weiterbringen.
Sich an andere dranhängen - Ziele
Die Ausstellung kann im Rahmen einer anderen Veranstaltung stattfinden, oder Sie kann auf eigene Initiative organisiert werden.- Richtet sich die Ausstellung vor allem an das interne Publikum, die Schülerinnen und Schüler, die Lehrerinnen und Lehrer, die Schulleitung?
- Ist das Ziel die Steigerung der Qualität der Unterrichtsergebnisse und Belohnung für erbrachte Leistungen der Schülerinnen und Schüler, geht es darum, anderen Schülerinnen und Schülern zu zeigen, was im Unterricht geleistet werden kann: Stichwort: Lernen von den peers?
- Oder sollen die Kolleginnen und Kollegen des eigenen und der anderen Fächer von der Qualität des Unterrichts überzeugt werden?
- Geht es um Ausschmückung der Räume, um sich unentbehrlich zu machen und so längerfristig Mittel für das eigene Fach zu lukrieren?
- Oder soll vor allem ein Publikum außerhalb der Schule erreicht werden, die Ziele können hier ähnlich wie oben genannt sein?die Botschaft kann sich auch hier in erster Linie an die eigene Schule richten, aber es können auch andere Einrichtungen als Publikum gewonnen werden.
Ergebnisse?
Was soll am Ende herauskommen?- Ein Beitrag im Jahresbericht der Schule?
- Eine Rezension in der Lokalpresse?
- Eine positive dienstliche Beurteilung?
- Eine eigene Publikation in einer Fachzeitschrift?
- Dokumentationsbilder?
- Kontakte zu Kolleginnen und Kollegen, zu anderen Einrichtungen?
- Lukrieren von Sponsorengeldern, von Materialspenden?
Hängen
Bis vor kurzem war der Aufbau einer Ausstellung gleichbedeutend mit Hängen. Mit Hammer und Nagel oder mit einer Hängevorrichtung an der Decke wurden Bilder an einer Wand befestigt. Das war ziemlich unkompliziert. Zu bedenken war, die Höhe der Hängung und ob die Bilder auf Unter-, Oberkante oder Mittellinie gehängt werden sollten. Bei Gruppenausstellungen wurden die verschiedenen Künstler mit einem etwas größeren Abstand untereinander gekennzeichnet. Nachdem das Bild die Kunst vermittelte und der Rahmen das Bild von äußerlichem Einwirken schützte, konnte man ziemlich dicht hängen. Schülerarbeiten werden traditionell immer noch so gehängt.Heute ist das Hängen einer Ausstellung komplexer. In den 1980er Jahren kam die „freie Hängung“ auf, was bedeutete, dass man hängen konnte, wie man wollte. Diese Freiheit hat die Anforderungen an eine gute Hängung erhöht. Hängen wurde professionalisiert: die Hängung ist ein Teil der Ausstellung. Gleichzeitig besteht weiterhin der Großteil aller Ausstellungen aus viereckigen Bildern, oft mit Rahmen, die an eine Wand gehängt werden. – Wie Ausstellungen mit Schülerarbeiten, die häufig eben viereckige Bilder sind. Auch konzeptionell ausgerichtete Ausstellungen beinhalten immer auch einige dieser traditionellen gerahmten Bilder.
Rahmen?
Sind Rahmen notwendig? Immer?Üblicherweise erscheint eine Zeichnung, ein Foto oder eine andere Papierarbeit in einem Rahmen eher als einzigartiges Kunstwerk. Die Rahmung wertet auf, kann aber auch kontraproduktiv sein und über das Ziel hinausschießen, wenn man einen Zeitungsausschnitt einrahmt. Vor allem bei Ausstellungen mit konzeptuellem Schwerpunkt braucht nicht jedes Werk gerahmt sein. Man kann sich auch nur für Glas entscheiden.
Hängen
Wie hängen? Heute herrscht also die „freie Kompositionshängung“ vor. Man kann sich für eine traditionelle Art entscheiden, aber eine allzu symmetrische Hängung wird schnell langweilig. Alternativ können einige Bilder mit gleichem Format zu einer Gruppe gehängt werden und eines ein wenig herausstechen. Man kann auch einer chaosartigen Mischung auf einer Wand eine Wand mit reinen und glatten Flächen gegenüberstellen. Die Bilder können besonders tief oder hoch hängen - im Extremfall können sie über den Köpfen des Publikums hängen. Sie können senkrechte Linien bilden. Grundsätzlich wertet viel freier Raum um die Exponate diese auf - Raum ist einer der wichtigsten kulturellen Codes für Ansehen und Hierarchie - das kann der Rahmen sein oder die freie Wand.wenige Formate
Es ist fast immer leichter, mit einer begrenzten Anzahl Formaten und einigen wenigen Hängesystemen eine schöne Ausstellung zu machen. Allzu viele Ungleichheiten lassen die Ausstellung auseinander fallen und wirken damit leicht amateurhaft.Besucher sollen sich bewegen
Die Hängung kann die Wirkung der Exponate verstärken oder ihr entgegenarbeiten. Die Präsentation sollte erzählen, was man ausdrücken will. Es ist z. B. schwer, mit teuren Rahmen für eine Trashästhetik zu plädieren. Es ist immer vorteilhaft, wenn man das Publikum dazu bringt, sich im Raum zu bewegen. Die Besucher sollten möglichst nicht alles von einem Punkt in der Mitte des Raumes sehen können.
Die Besucher sollen aber auch stehen bleiben.
Bilder können eventuell auch verborgen sein, so dass die Betrachter etwa einen Vorhang zur Seite schieben müssen. Vor allem in Museen für Kinder kennen wir die Methode, die Exponate hinter kleinen Türchen oder in Schubläden zu präsentieren. Hier werden Neugierde und Forschertrieb aktiviert und ausgenutzt.
Thema
Schülerarbeiten haben fast immer ein Thema. Mittlerweile sind viele Ausstellungen der internationalen Gegenwartskunst kuratierte Themenausstellungen.Ein Ausstellungsthema lässt sich leicht in Unterthemen strukturieren. Die einzelnen Arbeiten werden in Gruppen gehängt und auf den Bildunterschriften entsprechend markiert. Durch Thema und Unterthemen werden Zugänge zur Ausstellung erzeugt, die neue Interpretationen und Sinnkonstruktionen anregen. Das verleiht der Ausstellung Aufmerksamkeit, Gewicht und Tiefe. Das Thema kann allgemein sein oder speziell und aktuell, letzteres erregt in der Regel die größere Aufmerksamkeit.Titel
Der Titel sollte einprägsam sein, dies gelingt oft überraschend gut, wenn er aus zwei Wörtern besteht, oder kleine Irritationen enthält. Ideen findet man in der Werbung… leicht modifizierte Werbeslogans können gute Titel abgebenMarketing
Wenn Ausstellungsthema, Exponate, Datum, Ort, Zeiten und dergleichen geklärt sind, wird es ernst: Marketing. Allzu leicht verbraucht man seine Energie beim Aufbau, wenn die Offensive also die Vermarktung gestartet werden soll, kann diese leicht in den Hintergrund geraten. Das darf nicht passieren. Eine Ausstellung, von der wenige wissen und die wenige besuchen, bringt nicht viel. Man sollte 20-30% des Budgets – Geld, Zeit, Engagement – für die Vermarktung aufwenden. Ausformuliertes Material an die Medien und an die Personen schicken, die man für wichtig hält. Es passiert, dass plötzlich Sparwut ausbricht und man versucht die Portokosten für das Verschicken von Material und Einladungskarten zu senken. Das sollte man gemäß dem eisernen Grundsatz Verbreitung ist wichtiger als die eigentliche Ausstellung nicht tun. Emails soll man soviel wie möglich hinausdröhnen und man sollte versuchen, die Ausstellung auf eine (Schul-)Homepage zu bekommen, wo die ganze Information sowie das eine oder andere Kleine und Feine präsentiert werden kann. Denken Sie auch daran, in die Veranstaltungskalender der Medien zu kommen, die gratis sind. Veranstalten Sie selbst oder mit Schülerinnen und Schülern Führungen durch die Ausstellung. Vielleicht lässt sich auch jemand gewinnen, der während der Ausstellung einen kleinen Workshop veranstaltet oder einen Vortrag hält, so kommen auch nach der Eröffnung noch einmal Leute. Und man wird vielleicht nochmal in der Presse erwähnt.Finissagen sind mittlerweile immer populärer.






