| bilderlernen.at interessante_bilder bilder_der_woche aufgaben/übungen methoden |
Bildinhalte interpretierenBildkommunikation ist problematisch |
|
![]() |
Mit Bildern kommunizieren kann
problematisch sein. Das wissen alle, die damit zu tun haben. Das
Problem kommt daher, dass Bilder aufgrund von Ähnlichkeiten assoziativ interpretiert
werden. Sowohl Rezipienten wie Produzenten von (Text-)Bildbotschaften
profitieren davon, wenn ihnen dies bewusst ist. Für den
Bildunterricht ist das Wissen über diese Zusammenhänge
grundlegend. Hier schlage ich eine in der Bildnerischen Erziehung
ungewöhnliche Methode vor: einen Versuch, wie im
naturwissenschaftlichen Unterricht. Hier soll unter den Schülerinnen und Schülern eine Umfrage zu einem Set von Bildern gemacht und ausgewertet werden. In der Umfrage geht es um den Inhalt der Bilder und die Assoziationen, die sie auslösen. Das intuitive Wissen von der mehr oder weniger kalkulierbaren Interpretation von Bildern wird hier empirisch sichtbar. Zudem soll wissenschaftliches Arbeiten geübt werden. Dieses Experiment könnte auch ein Schüler oder eine Schülerin als wissenschaftliches Projekt durchführen. |
|
![]() |
Bilder stellen zunächst
etwas dar, sie bilden etwas ab. In der von der Sprachwissenschaft
beeinflussten Semiotik (Lehre von den Zeichen) wird das häufig als
Denotat bezeichnet. Die Denotation ist sozusagen die wortwörtliche
Bedeutung, manche sprechen auch von der Hauptbedeutung. Die Denotation
ist die kontext- und situationsunabhängige Bedeutung eines
sprachlichen Ausdrucks... Die Denotation von Nacht ist die Zeit
zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang. Neben der Denotation wird
die Konnotation unterschieden, dies sind mögliche
Mitbedeutungen - Nacht kann etwa für Tod, Leere, Angst,
Einsamkeit, Liebe, Romantik stehen - je nach Kontext. (wikipedia) Wie das bei Bildern ist, ist strittig. Man könnte sagen, das worüber nicht debattiert wird, das ist der Bestand die Grundbedeutung des Bildes. |
|
![]() ![]() ![]() |
Experiment | Den Schülerinnen und Schülern werden zwischen 5 und 10 unterschiedliche Bilder - siehe Beispiele aus Pettersson
- vorgelegt. Zu diesen werden die untenstehenden Fragen schriftlich
beantwortet. Nach jeder beantworteten Frage werden die Blätter
eingesammelt. Nicht zuviel Zeit für die Beantwortung der Fragen
verwenden! Die ersten beiden Fragen werden allen gestellt. Die Fragen 3 und 4 sind unterschiedlich und werden jeweils der Hälfte vorgelegt. 1. Was ist auf dem Bild dargestellt? 2. Was geschieht auf dem Bild? 3.a . An was denken Sie, wenn Sie dieses Bild sehen? 3.b. Was soll mit dem Bild ausgesagt werden? 4.a. Warum denken Sie daran? 4.b. Woraus schließen Sie das? Die Fragen 3.a. und 4.a. zielen auf die subjektiven Assoziationen, die Fragen 3.b. und 4.b. auf die sozialen oder kulturellen Assoziationen. - Offensichtlich können wir zwischen beiden Assoziationen unterscheiden, sonst wären Bilder nur in sehr begrenzt dazu geeignet, anderen etwas mitzuteilen. - Auswertung: Bei welchen Bildern gibt es bei den jeweiligen Fragen die größten Abweichungen/Gemeinsamkeiten bei den Antworten? Womit könnte dies zusammenhängen? Bei welchen Fragen gibt es mehr oder weniger Gemeinsamkeiten? Inwiefern lässt sich das Konzept Denotation/Konnotation auf Bilder anwenden? Bei welchen Bildern und welchen Fragen werden wieviele Wörter verwendet? Welche Bildauswahl könnte in einem weiteren Versuch verwendet werden, um die Ergebnisse weiter zu stützen bzw. in Frage zu stellen? Selbstverständlich lässt sich dieses Experiment auch mit Bildern aus dem Fundus der Kunstgeschichte anstellen: Epochen, Themen, Technik &c. Ähnliche Versuche können mit Bildern gemacht werden, die thematisch "näher" beieinander liegen: Werbung, Nachrichtenbilder, Poster, Bemerkung: angeregt vom Aufsatz "Kinship diagrams" von Rune Pettersson - veröffentlicht in ders. Selected Readings S.247-258 pdf (3MB) Bildbeispiele aus Pettersson |
![]() ![]() |
|
![]() |
| Über Erfahrungsberichte mit dieser Übung im Unterricht würde ich mich sehr freuen. franz.billmayer@moz.ac.at |
Franz Billmayer, 7.11.2007 geändert am 27.3.2011 |