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Gerade nochangemessene Äußerungen machen und erkennen |
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| Angemessenheit - aptum |
In der Rhetorik bezeichnet den Begriff aptum
Angemessenheit. Angemessenheit kann sich auf Sprecher oder Sprecherin beziehen
(ein Lehrer oder eine Lehrerin sollte nicht „Verdammte Scheiße“ sondern lieber
„oh mein Gott“ sagen), auf das Publikum (zu einem Lehrer oder einer Lehrerin
sollte man nicht „Verdammte Scheiße“ sagen), auf die Situation oder ähnliches
beziehen. |
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| Bildunterricht | Die Gerade-Noch-Methode bezieht sich auf Fragen der
Angemessenheit von Äußerungen. Dabei sollen für eine Aufgabe jeweils drei verschiedene Lösungen gefunden und realisiert: 1. eine angemessene Lösung 2. eine unangemessene Lösung 3. eine gerade-noch angemessene Lösung, d.h. eine Lösung, die knapp an oder noch besser auf der Grenze zwischen angemessen und nicht angemessen liegt. So kann eingehend und kontrovers über die Angemessenheit diskutiert werden: Kontext, Stil, Material, Darstellungsweise, Botschaft, Publikum, Genre &c. |
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| mögliche Themen | Zeugnisformulare, Werbung, generell Layoutaufgaben (wissenschaftliche Texte, romantische Gedichte, Kinderbücher, Schulbücher...) Einrichtungen, Ausstellungen, Kleidung, Produktgestatlung (Beispiel) | |
| verwandte Themen | Persiflage und
Parodien Bilder in Schulbüchern Schularchitektur rhetorisch Ausstellen als Thema |
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Produktgestaltung |
"Bei
einem Produkttyp wie Mineralwasser ist besonders offensichtlich,
wie viel Bedeutung der Verpackung und multisensorischen
Inszenierung zukommt. So könnten die Menschen in vielen Regionen
zumindest Mitteleuropas Trinkwasser nahezu kostenlos und ohne
Transportmühen aus jeden Wasserhahn beziehen. Wenn Mineralwasser
dennoch einen Milliardenmarkt darstellt, belegt das, dass es um mehr
und um anderes als Durstlöschen geht: Man zahlt für eine Aufladung des
Trinkens mit zusätzlicher Bedeutung, für eine Dramatisierung einzelner
Eigenschaften des Wassers, für eine Rituaisierung des Wassertrinkens,
wie sie durch das Design des jeweiligen Flaschentyps stattfinden kann. Als erfrischend wird es etwa empfunden, wenn die Verschlusskappe so gestaltet ist, dass das Wasser beim Öffnen mit einem leichten Zischen heraussprudelt; zugleich sollte die Flasche dann eine schlanke Form haben, durchsichtig sein und auf dem Etikett Farben aufweisen, die entweder - wie Rot - Energie verheißen oder - wie Blau - für Luftigkeit und Frische stehen. Vokabeln wie >Power<, >Sport< oder >Sauerstoff< steigern die Suggestion von Leistungskraft zusätzlich. Auf einer bauchigen Flasche, die in Beige und Grau gehalten ist und einen Schraubverschluss besitzt, erschienen die selben Vokabeln hingegen unglaubwürdig; das >Cue-Management< wäre zu konfus, um >multisensory enhancement< zu ermöglichen." W. Ullrich (2013). Alles nur Konsum - Kritik der warenästhetischen Erziehung. Berlin, Wagenbach Verlag, S. 33 |
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Franz Billmayer, 31.10.2008 zu letzt geändert, 15.4.2013 |