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Gerade noch

angemessene Äußerungen machen und erkennen
Angemessenheit - aptum

In der Rhetorik bezeichnet den Begriff aptum Angemessenheit. Angemessenheit kann sich auf Sprecher oder Sprecherin beziehen (ein Lehrer oder eine Lehrerin sollte nicht „Verdammte Scheiße“ sondern lieber „oh mein Gott“ sagen), auf das Publikum (zu einem Lehrer oder einer Lehrerin sollte man nicht „Verdammte Scheiße“ sagen), auf die Situation oder ähnliches beziehen.
Es geht um Angemessenheit in stilistischer, kognitiver, emotionaler, medialer, sozialer und situativer Hinsicht. Und: die einzelnen Elemente müssen untereinander passen.
(vgl. S. Küffer, Rhetorik in der Visuellen Kommunikation)

Was angemessen ist und was nicht, ist manchmal schwer zu entscheiden. Es bedarf der genauen Kenntnis der Umstände, des Publikums, der Sache und so weiter. Angemessenheit ist vor allem das Ergebnis impliziter sozialer Übereinkünfte. Offensichtlich sind wir in vielen Fällen imstande, Äußerungen als angemessen oder unangemessen zu bewerten, ohne genau die Kriterien benennen zu können.

Bildunterricht Die Gerade-Noch-Methode bezieht sich auf Fragen der Angemessenheit von Äußerungen.
Dabei sollen für eine Aufgabe jeweils drei verschiedene Lösungen gefunden und realisiert:
1. eine angemessene Lösung
2. eine unangemessene Lösung
3. eine gerade-noch angemessene Lösung, d.h. eine Lösung, die knapp an oder noch besser auf der Grenze zwischen angemessen und nicht angemessen liegt.
So kann eingehend und kontrovers über die Angemessenheit diskutiert werden: Kontext, Stil, Material, Darstellungsweise, Botschaft, Publikum, Genre &c.
mögliche Themen Zeugnisformulare, Werbung, generell Layoutaufgaben (wissenschaftliche Texte, romantische Gedichte, Kinderbücher, Schulbücher...) Einrichtungen, Ausstellungen, Kleidung,
verwandte Themen Persiflage und Parodien
Bilder in Schulbüchern
Schularchitektur rhetorisch
Ausstellen als Thema
Franz Billmayer, 31.10.2008
zu letzt geändert, 19.2.2010