
Sachbilder
Bilder,
die nicht arrangiert werden, können wir Sachbilder nennen.
TatSach
enbilder.
Diese finden wir etwa bei Aufnahmen, die mit der Wärmekamera
gemacht werden, um ein Wärmeloch in einer Hausfassade zu
finden,
oder bei
Röntgenaufnahmen, die von einem Beinbruch gemacht werden.
Wir finden sie in Gebrauchsanweisungen, Lehrbüchern,
Lexika, auf Verpackungen und in Verkaufskatalogen
Am Rande lassen sich vielleicht
auch Schnappschüsse dazu
rechnen, Fotografien, die den Augenblick im Vergehen einfangen. Der
Fotograf
arbeitet hier mit dem Zufall ohne Regie.
Prosabilder
Dann
gibt es Bilder, die eine Geschichte erzählen, etwa in
einer Bildreportage in einer Zeitung oder Zeitschrift oder in einer
Werbeanzeige. Die Erzählung kann straigth und rational,
reflektierend oder
emotional, dramatisch oder undramatisch sein. Wir können die
Persönlichkeit des
Fotografen und ein vorsichtiges Arrangement erkennen, aber die
Geschichte steht
eindeutig im Vordergrund.
Etwas ist geschehen vor dem Moment, den das Bild zeigt, und
es wird etwas danach geschehen.
Erzählungen können dramatisch und undramatisch
inszeniert
werden.
Dramatischen Bilder erzeugen bei uns Gefühle von
Unterlegenheit, Überlegenheit, Konflikt und Kampf. Sie
enthalten
oft etwas
unerwartetes, das durch extreme Nahaufnahme, überraschende
Perspektive,
fallende Winkel und Unschärfe erzeugt wird.
Undramatische Bilder vermitteln uns Gefühle wie Freude,
Hoffnung und Wehmut. Sie enthalten oft etwas Erwartetes und Bekanntes
mit
neutralem Abstand vom Motiv, normaler Perspektive, natürlicher
horizontaler
Ausrichtung und richtiger Schärfe.
Franz Billmayer, 1.10.2006
zuletzt geändert: 18.1.2012
Beispiele von Titelseiten von Zeitungen
Poesiebilder
Bilder
,
denen wir das Arrangement und die Regie des
Fotografen deutlich anmerken, können wir Poesiebilder nennen.
Sie
sind
persönlich und manchmal stellen sie nicht einmal etwas dar.
Außerdem sind sie
oft lyrisch und schaffen tiefgehende Stimmungen. Der
künstlerische
Anspruch und
vor allem das Arrangement bzw. die durchdachte Komposition sind
deutlich
sichtbar bei diesen Kunstbildern, die wir vor allem auf
Buchumschlägen,
Hintergrundbildern etwa von Webseiten oder auch bei Postern finden.
Ein Fotoblog zu poetischen Bildern
- Tatsachenbilder beschreiben etwas,
sie sind wenn überhaupt nur minimal arrangiert.
Siehe
dazu: die Inszenierung oder
Fälschung
(?) von
journalistischen Bildern, digitale
Fotografie im Journalismus, Beispiel für eine Manipulation,
- Prosabilder erzählen -
ob
dramatisch
oder undramatisch - etwas. Man sieht ihnen ein gewisses Maß
an
Gestaltung und Arrangement an.
- Poesiebilder bringen einen Ton
zum klingen, sie sind
persönlich und lyrisch mit deutlich
sichtbarem Arrangement.
Bilder sprechen
In der Sprache verwenden wir
verschiedene Begriffe, um auszudrücken, wie wir selber zu einer
Äußerung stehen: ich hoffe, ich glaube, ich meine, ich bin der
Überzeugung, ich denke, ich bin der Ansicht, ich vermute, ....
Übungen
Ordnen Sie die
Bilder aus
verschiedenen Zeitschriften den drei Kategorien (
Sach-, Prosa- und Poesiebilder) zu. Begründen
Sie
die Zuordnung und nennen Sie den Verwendungszusammenhang, aus dem die
Bilder stammen. (Beispiele
>>>)
Welcher Zusammenhang besteht zwischen der prozentualen Verteilung der
einzelnen Kateorien und den Themen/Zielgruppen der einzelnen
Zeitschriften?
Verwenden Sie spielerisch die einzelnen Kategorien "falsch", also
Poesibilder zur Illustration politischer Nachrichten, Tatsachenbilder
in Werbung &c.
Schreiben
Sie die drei Begriffe an die Ecken eines gleichseitigen Dreiecks und
platzieren Sie Bilder eines Genres/ eines Themas in Relation zu diesen
Begriffen. Versuchen Sie das an Beispielen von Titelbildern von
Zeitungen zum gleichen Thema.
>>>>