Tipps zum Unterricht in Bildnerischer Erziehung |
| Viele Kolleginnen
und Kollegen
haben im Laufe ihrer beruflichen Tätigkeit in der
täglichen
Arbeit Wissen und Können entwickelt, das oft für das
Gelingen
des Unterrichts von ausschlaggebender Bedeutung ist; es wird, wenn
überhaupt, meist nur informell und eher zufällig
weitergegeben, weil es für unbedeutend gehalten wird. Manchmal
merken wir auch gar nicht, dass es sich um ein besonderes Wissen und
Können handelt. Wir wissen nicht, dass wir was wissen, was
andere
nicht wissen. Unten finden Sie meine Sammlung, die hoffentlich mit
Ihrer Hilfe wächst. Wenn Sie ähnliche Tipps haben, bitte schicken sie diese an franz.billmayer@moz.ac.at zur Veröffentlichung auf dieser Seite. |
| Vielen Dank | |
| Ossi Seitinger |
Die eigene Arbeit benotenNach Abschluss einer Aufgabe werden alle Arbeiten auf einem Tisch ausgelegt oder an die Pinwand gepint. Jede Schülerin/jeder Schüler schreibt anschließend auf die Rückseite ihrer/seiner Arbeit die Note, die er/sie für angemessen hält. (wichtig für lebenslanges Lernen: die eigenen Fähigkeiten einschätzen können. Was muss ich lernen? Was kann ich schon?) |
Was im Laufe des Jahres gelernt wurdeDie Aufgabe, die am Anfang des Schuljahres gestellt wurde, wird am Ende des Schuljahres noch einmal gestellt. Die Ergebnisse werden miteinander verglichen.Es empfiehlt sich, Aufgaben zu stellen, die sich für einen derartigen Vergleich eignen. |
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| Rolf
Witte (BKJ) |
Arbeiten am Ende des Schuljahres evaluierenWenn am Ende des Schuljahres in der letzten Stunde die Arbeiten, die während des Schuljahres gemacht worden sind, ausgeteilt werden, landen einige von diesen zerrissen oder nicht direkt im Papierkorb. Dabei lässt sich schwer entscheiden, ob aus Frust über den Unterricht, aus Frust über Lehrer oder Lehrerin oder um bei den anderen als cool und antischulisch angesehen zu werden.Die Arbeiten werden in Mappen gesammelt und schon zwei oder drei Wochen vor Ende des Unterrichts ausgeteilt. Die Schülerinnen und Schüler bewerten nun schriftlich (mit und ohne Fragebogen) die Arbeiten aus dem ganzen Schuljahr. Mögliche Kriterien: was habe ich bei der jeweiligen Arbeit gelernt? Welche Arbeit ist mir besonders gelungen? Warum? Welche ist mir nicht gelungen? Warum? An welcher Arbeit würde ich gerne weiterarbeiten, wenn ich Zeit hätte, um (.....) zu verbessern/auszuprobieren? Wo würde ich etwas verbessern/anders machen, wenn ich die entsprechenden Fähigkeiten oder Mittel hätte? Mit welchem Ziel? Bei welchen Arbeiten habe ich Neues gelernt? Welche Arbeiten haben zu überraschenden Erkenntnissen geführt? Dies bringt einiges:
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| Ingrid
Carlgren |
Feedback-Gruppen Schülerinnen und Schüler tauschen sich mehrmals während der Bearbeitung einer Aufgabe/eines Themas in kleinen Gruppen über ihre Probleme, Defizite und Lösungen aus. Voraussetzung dafür ist, dass das Problem und die erwarteten Lösungen den Schülerinnen und Schülern bekannt und verständlich sind. Dies entlastet nicht nur den Lehrer oder die Lehrerin, fördert nicht nur die Qualität des Unterrichts sondern führt vor allem zur Einübung von Metakognition - Wissen über Lernen, Aufspüren von Lücken und so weiter - eine wichtige Voraussetzung für lll (life long learning), wo es keinen Coach gibt, der uns sagt, wo wir noch Lücken haben... |
| F.
B. |
Kundenschulung Die Qualität der Dienstleistung Bildunterricht lässt sich steigern, wenn die Abnehmer - SchülerInnen, Eltern &c. - entsprechende Anforderungen stellen. Damit sie ihre Ansprüche kennen, müssen sie in ihrem Qualitätsbewusstsein geschult werden. Eine Möglichkeit besteht darin, dass die Ergebnisse von Unterricht in jeweils anderen Schulen ausgestellt werden. Schule A stellt in Schule B, Schule B in Schule C, Schule C in Schule D aus, und so fort. Ausstellungsaufbau und Ausstellungseröffnung bieten Gelegeneheit zum Erfahrungsaustausch zwischen KollegInnen - Anregungen für den eigenen Unterricht. Eine lange Nacht der Schulausstellungen.... |
| F.
B. |
Erfahrungsaustausch Wissens- und Erfahrungsaustausch sind wesentlich für die Weiterentwicklung von Kompetenz. Gerade im Bildunterricht spielen hier auch scheinbar kleine unwesentliche technische Lösungen ein entscheidende Rolle. Allerdings werden wir meist nach einiger Zeit betriebsblind. Abhilfe könnte organisierter Erfahrungsaustausch bieten. 6 - 10 Fachgruppen von Schulen, die nicht direkt miteinander konkurrieren schließen sich zu einer Gruppe zusammen. Zwei Mal pro Jahre trifft man sich jeweils an einer Schule. Holt sich Anregungen, kritisiert und arbeitet zu einem Thema. Die gastgebende Schule organisiert das Thema. Die beidenTage werden als Fortbildungsveranstaltungen anerkannt. |
| Utta
Kasparek München |
DIN-Format
verboten Von der ersten Klasse des Gymnasiums an wird den Schülerinnen und Schüler die Verwendung des DIN-Formates für Zeichnungen und Malereien verboten. Wer es dennoch verwenden will, muss dies mit zwei oder drei Sätzen auf der Rückseite des Bildes begründen. So wird von Anfang an ein Bewusstsein für die Bedeutung der Bildfläche geschaffen und Bilder als etwas geplantes erlebt. Später kann dies dann genauer reflektiert werden. |
| F.
B. |
Ein
Bild für die letzten Minuten Das Problem rechtzeitig aufzuräumen kennen die meisten BE-LehrerInnen: entweder man fordert zu spät auf und der Zeichensaal bleibt halbaufgeräumt zurück, weil die Schülerinnen und Schüler in die Pause rennen, oder sie sind zu früh fertig und stehen lärmend an der Tür - zum Ärger von Kolleginnen und Kollgen. Mein Vorschlag: Immer zehn Minuten vor Unterrichtsende das Signal zum Aufräumen geben, in den verbleibenden Minuten wird ein Dia projeziert und besprochen, mal länger mal kürzer. Das Bild oder den Künstler darf sich jeweils eine andere Schülerin oder ein anderer Schüler aussuchen. Denkbar wäre auch, dass die SchülerInnen Lieblingsbilder mitbringen, die abfotografiert oder gescannt werden. Für die Besprechung reicht in der Regel eine Frage. So können Bilder nicht zugrunde geredet werden, offene Fragen motivieren zum Weiterdenken, viele verschiedene Bilder werden gesehen... und ich kann immer pünktlich den Unterricht beschließen mit sauberen Tischen. |
| Alois
Bauer Neuburg a. D. |
Schwarz
und weiß aus dem Malkasten nehmen Deckweiß und schwarz werden entweder gleich aus dem Malkasten genommen oder in einem ersten Thema verbraucht. So entwickeln die Schülerinnen und Schüler ein differenziertes Farbverständnis und verwenden die Farben entsprechend. |
| Peter
Körner Salzburg |
Was
gelernt wurde Schülerinnen und Schüler schreiben zu jeder ihrer Arbeiten in ein oder zwei Sätzen, was sie dabei gelernt haben. Diese Äußerungen werden zusammen mit den Arbeiten ausgestellt. So werden Schülerarbeiten nicht mit Kunstwerken verwechselt, die Besucher der Ausstellung erfahren, dass und was in Bildnerischer Erziehung gelernt wird und vor allem: die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihr Lernen und Lernverhalten, was als Lernen über Lernen eine wesentliche Kompetenz für das lebenslange Lernen ist. |
| F.
B. |
Medien
sehen lernen Bei Museumsbesuchen ebenso wie beim Betrachten von Dias oder der Verwendung von Papier und Bleistift sollte immer auf den medialen Charakter der jeweiligen Erscheinungen hingewiesen werden. Vor allem bei Museumsbesuchen sehen wir in der Regel nur die ausgestellten Werke und übersehen das Museum, das als Medium den Rahmen darstellt und wesentliche Voraussetzung ist für die Existenz und die Form der Werke. Medien und ihre Bedingungen verbergen sich gerne hinter den Inhalten. (Bedeutung der Museen für Kunst siehe: Stefan Heidenreich(1998), Was verspricht Kunst? Berlin: Berlin-Verl.) |
| Anton
Empl Dorfen |
Achtung
Dispersions/Acrylfarben können sich in Abwasserrohren mit der Zeit so ablagern, dass diese verstopfen, was sehr teuer werden kann, da in der Regel die Wand aufgeschlagen werden muss. Deshalb: In einem Eimer auswaschen, die Farbe setzt sich dann am Boden ab, das Wasser kann weggeschüttet werden. |